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Asche auf das Haupt, nicht auf die Ukraine!


„Gedenke Mensch, dass Du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst!“, ruft der Aschenritus am heutigen Tag allen in Erinnerung, die in die vorösterliche Fastenzeit eintreten. Der Mensch soll sich seiner Vergänglichkeit bewusst werden. Er soll daran denken, dass er Teil der Natur und Geschöpf ist, dass er kommt und geht wie die Blume des Feldes. Mensch nimm Dich nicht zu wichtig, ist die Botschaft.

Doch mehr noch bedeutet der Aschenritus: „Asche aufs Haupt!“ Der Mensch soll umkehren, einsehen, dass er sich verrannt hat, Schuld bekennen, Verantwortung übernehmen und neu anfangen. Ein Machthaber wie Putin ist ein extremes Beispiel, wie sich ein Mensch in seiner Selbstgerechtigkeit und seiner selbstgestrickten Rolle verfangen hat. Selbstverblendung bringt Leid über Andere. Putin bringt Asche über die Ukraine und müsste sich selbst Asche aufs Haupt streuen.

Die christliche Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr. Dazu gehört das spirituelle Arbeiten an sich selbst. Freier werden, sich an den wesentlichen Werten ausrichten, sich für Andere einsetzten. Es geht nicht nur um Fasten um der schlanken Linie und der Gesundheit willen. Es geht nicht um Askese als spirituelles Üben zur Selbstoptimierung. Vor allem braucht niemand, sich besondere Opfer aufzuerlegen und sich sinnlos anzustrengen. Askese ist nicht Ziel in sich. Vielmehr das Leben mit seinen Herausforderungen annehmen und nicht fliehen. Nachhaltiges Leben für sich und andere wählen – das ist Askese genug. Das Leben stets in den Dienst der grösseren Freiheit und Gerechtigkeit zu stellen, ist Übung und Umkehr. Dabei bereit zu sein, den Preis zu zahlen, den es kostet. Nicht mehr und nicht weniger. Das wird auch die Aufgabe sein, die sich aus der politischen Lage in Europa zur Zeit ergibt.

Vom Aschermittwoch an ist der Blick auf Ostern gerichtet. Um eines Lebens willen, das stärker ist als der Tod, tritt der Christ in die Fastenzeit ein. Teilhabe an der Auferstehungswirklichkeit Christi ist der Zielpunkt der Fastenzeit. In eine Leichtigkeit des Lebens hineinwachsen, das die Gravitationskraft der Erde überwindet. Nicht als Flucht vor der Wirklichkeit, sondern als Hoffnung, die auch in Zeiten des Leidens und des Kreuzes trägt. Ostern folgt auf den Karfreitag.

In diesem Jahr kann ich für das Üben unser neues Buch empfehlen: „In die Leere hineinlieben. Durch die Fasten- und Osterzeit mit 12 Schweizer Jesuiten“ https://www.tvz-verlag.ch/buch/in-die-leere-hineinlieben-9783290202118/?page_id=1

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