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Ukraine: Gerechtigkeit und Frieden heute und morgen!


Von heute auf morgen sind die unzähligen Beiträge zur Corona-Pandemie aus den Hauptnachrichten verschwunden. Welche anderen Themen haben sie überdeckt und verdrängt? Seit fünf Tagen ist auf jeden Fall zu recht das eine Thema im Fokus: Der Überfallskrieg von Russland auf die Ukraine. Krieg aber bricht nicht wie eine Naturkatastrophe herein. Seit Wochen konnte man in den Medien verfolgen, wie Putin den Krieg vorbereitet. Und blickt man zurück wie Russland in Tschetschenien, Georgen sowie auf der Krim und in der Ostukraine vorgegangen ist, wird die Logik eines rücksichtslosen Imperialismus sichtbar. Trotzdem trifft es den Westen wie eine Überraschung. War er zu naiv? Schätzt er Herrschaftsdynamiken falsch ein? Ist er in der Scham gefangen, Macht selbst missbraucht zu haben? Eine Lähmung, die in einem ganz anderen Bereich die röm.-kath. Kirche im Westen auf jeden Fall in Banden legt.

Als Christ und Jesuit frage ich mich zuerst, was die Aufgabe der Kirche angesichts von Russlands Aggression ist. Gebet für die Ukraine auf jeden Fall! Auch tatkräftige Unterstützung der Zivilbevölkerung sowie der Flüchtlinge! Es ist Zeit zu vermitteln und zu helfen, Auswege aus der Eskalation zu finden und Leid zu lindern. Wenn aber ein Priester der russisch-orthodoxen Kirche im Westen sagt, man könne nur beten, ist es zynisch. Die russisch-orthodoxe Kirche stützt Putin aktiv. Umso mehr schätze ich Papst Franziskus, der nicht nur einen öffentlichen Apell gegen den Krieg gemacht hat. Gestern ist er auch ins Auto gestiegen, um zur nahen russischen Botschaft in Rom zu fahren.

Natürlich ist es nur ein Feuer löschen, wenn Krieg ausgebrochen ist. Eigentlich ist es dann immer zu spät. Strukturelle Gefässe zu schaffen und Prozedere einzuüben, wie mit Konflikt möglichst konstruktiv umgegangen werden kann, ist eine Aufgabe für die Zeiten des Friedens. Eine Zivilgesellschaft, die sich an Rechten von Minderheiten und Mehrheiten hält, die sich sachlicher Information- und Kommunikation verpflichtet weiss und die sich um persönliche Bildung jedes einzelnen bemüht, ergibt sich nicht aus einer sozialen Eigendynamik. Sie muss von einem politischen Willen im normalen Alltagsgeschäft gestaltet werden. Darin hat auch die Kirche wie jeder einzelne Christ einen wesentlichen Auftrag. Ich befürchte, dass dies von vielen heute vernachlässigt bzw. hinter andere, kurzfristigere Interessen gestellt wird. So banal wird das Wesentliche und Notwendige ausser Acht gelassen; kaum bemerkt. Doch auch hier werden wir erst morgen die Folgen davon sehen. Für heute: Frieden und Integrität für die Ukraine!

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